FÜR DIGITALE DEMOKRATISCHE KULTUR
Aktuell, Allgemein, Interview, Stimmen 26. September 2018

Präraffaelitische Girls // INTERVIEW

by debate dehate

Sie erklären das Internet. Sie positionieren sich. In Buchform, auf Twitter und Facebook. Die präraffaelitischen Girls wirken nur auf den ersten Blick, wie aus einer anderen Zeit, ihre täglich erscheinenden Meme sind gespickt mit progressive Forderungen & Gegenrede mit viel Ironie.

Um euch an der hohen Kunst des digitalen "Girlsplaining" teilhaben zu lassen, sind die Antworten dieses Kurzinterviews in der präraffaelitischen Meme-/Bildsprache gehalten.

1.Für was steht ihr?

Präraffaelitische Girls:
Wenn wir uns treffen, machen wir halt so Mädchensachen: Philosophie, Business, Revolution …

 

2. Wie geht ihr mit Hasskommentaren um?

Präraffaelitische Girls:
Was Typen – Trolle, Stalker, Nervensägen – nie verstanden: Präraffaelitische Girls verloren bei Machtspielen nie, weil sie nicht mitspielten. Es war nur schade um die Lebenszeit, die man beim Augenrollen vertat.

 

3. Wie sieht digitale Zivilgesellschaft für euch aus?

Präraffaelitische Girls:
Kein Mädchen, keine Frau muss lernen, mit Diskriminierung höflich, elegant, charmant, vorausschauend, nachsichtig, gekonnt, souverän, witzig klarzukommen, im Gegenteil, sie muss es VERLERNEN. #umsehenlernen

 

4. Für welche Werte tretet ihr ein? 

Präraffaelitische Girls:
Es waren nicht die sichtbaren, offiziellen Nazis, von denen die größte Gefahr ausging. Viel mehr musste man sich vor den Opportunist*innen fürchten und davor, selbst eine zu sein.

5.Welche Rolle spielt Sichtbarkeit bei euch?

Präraffaelitische Girls:
»Es tut uns sehr leid, dass du belästigt worden bist und dies nicht justiziabel ist, weil wir jahrhundertelang nicht die gesellschaftliche Basis dafür geschaffen haben … aber du kannst nicht Leute im Internet bloßstellen.« »Stimmt, ich kann nicht, ich muss. Damit es aufhört.«

 

6. Was gibt euch Hoffnung?

Präraffaelitische Girls:
Die einen hatten jede Menge Follower mit taufrischen Accounts, hässlichen Zahlen, »Gutmensch«, »Querdenker« und abgesägten Hakenkreuzen im Twitter-Handle. Die anderen hatten Solidarität. No Competition.

 

7. Was war euer letztes positives Demokratieerlebnis?

Präraffaelitische Girls:
Wisst ihr noch, damals, 2018, als man die Freundinnen viel häufiger als sonst sah, weil man immer häufiger demonstrieren ging?

 

8. Debate Dehate heißt für mich:

Präraffaelitische Girls To-do-Liste:

1. Menschen begegnen

2. Menschen zuhören

3. Menschen aussprechen lassen

4. Freundlich sein

5. Nicht freundlich sein, wenn man Unrecht mitbekommt – einmischen!

6. Eskalier-Kraft für Faschos aufsparen

7. Keine Reply schreiben,
warum man nicht »Fascho« schreiben sollte

Interview geführt von der Debate//De:hate Redaktion

Präraffaelitische Girls:
https://orbanism.com/produkt/gebundenes-buch-raeraffaelitische-girls-erklaeren-das-internet-von-christiane-frohmann-berlin-frohmann-2017/

Bilder: Präraffaelitische Girls

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